Klimawandel verändert den Arbeitsschutz

BMAS-Bericht

Hitze, UV-Strahlung und Extremwetterereignisse stellen Unternehmen zunehmend vor neue Herausforderungen. Ein aktueller BMAS-Bericht zeigt, wie der Klimawandel die Arbeitswelt verändert und warum Betriebe schon heute geeignete Schutzmaßnahmen planen sollten.

Der Klimawandel wird zunehmend zu einem Thema des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht der Politikwerkstatt „Klima wandelt Arbeit“, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlicht hat. Demnach führen steigende Temperaturen, häufigere Extremwetterereignisse und neue biologische Risiken zu wachsenden Belastungen für Beschäftigte und Unternehmen. Die Anpassung an diese Veränderungen wird damit zu einer wichtigen Aufgabe der Prävention.

Vier Themenfelder im Fokus

An der zweijährigen Politikwerkstatt beteiligten sich rund 280 Experten aus Wissenschaft, Arbeitsschutz, Wirtschaft und Verwaltung. Sie untersuchten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitswelt und entwickelten Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis. Im Fokus standen dabei die Themenfelder Hitze und UV-Strahlung, Extremwetterereignisse, Sensibilisierung und Compliance sowie Gefahrstoffe.

„Die Erkenntnisse der Politikwerkstatt bilden eine wertvolle Grundlage für die nächsten Schritte rund um den Arbeitsschutz im Kontext des Klimawandels“, erklärte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). „Fest steht, dass der Handlungsdruck zunehmen wird: in den Ministerien, in den zuständigen Ausschüssen, aber vor allem in den Betrieben.“ Die Ergebnisse sollen künftig in Arbeitsschutzausschüsse einfließen, Impulse für die Forschung liefern und in Praxishilfen umgesetzt werden.

Handlungshilfe Hitzeschutz

Ein Beispiel ist die Handlungshilfe für betriebliche Hitzeschutzpläne, die im Rahmen des BMAS-Programms „Arbeit: sicher + gesund“ entstanden ist. Sie unterstützt Betriebe dabei, sich systematisch auf Hitzeperioden vorzubereiten und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Die Handlungshilfe beschreibt einen strukturierten Prozess von der Analyse der betrieblichen Risiken bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen. Dazu gehören die Identifikation besonders gefährdeter Arbeitsbereiche und Beschäftigtengruppen, die Festlegung von Verantwortlichkeiten, die Organisation von Warn- und Kommunikationswegen sowie die regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit getroffener Maßnahmen. Checklisten und Vorlagen erleichtern die praktische Umsetzung.

Der betriebliche Hitzeschutzplan verdeutlicht beispielhaft, wie Klimaanpassung im Arbeitsschutz gelingen kann. Frühzeitige Gefährdungsbeurteilungen, präventive Schutzmaßnahmen und klare Verantwortlichkeiten helfen dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit von Unternehmen zu sichern. Der Abschlussbericht „Klima wandelt Arbeit“ macht deutlich: Der Klimawandel ist nicht mehr nur eine ökologische Herausforderung, sondern zunehmend auch ein zentrales Thema der betrieblichen Prävention.

Die Handlungshilfe gibt es hier als Download

Ein Artikel von
Redaktion Prävention aktuell

17. Juni 2026