Länderliste zur arbeitsmedizinischen Vorsorge aktualisiert

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zu Auslandsreisen entsenden, sollten die notwendigen arbeitsmedizinischen Vorsorgemaßnahmen kennen. International SOS hat eine aktualisierte Liste veröffentlicht, die einen Überblick über die arbeitsmedizinischen Anforderungen in 232 Ländern und Regionen bietet.

Die Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) schreibt vor, dass vor und nach beruflichen Aufenthalten in bestimmten Regionen arbeitsmedizinische Vorsorge stattfinden muss. Vielen ist dieser Prozess noch als arbeitsmedizinische Untersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz 35 (G35) bekannt. Die arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge ist angebracht, um das erhöhte Gesundheitsrisiko für Mitarbeiter in diesen Gebieten zu bewerten und zu minimieren.

Liste hilft bei Planung von beruflichen Auslandsaufenthalten

Die Länderliste von International SOS enthält neben Informationen zu verpflichtenden Vorsorgen auch Hinweise zu geltenden Gelbfieber- und Polioimpfpflichten bei der Einreise, Empfehlungen zur Malariaprophylaxe sowie eine medizinische Risikobewertung pro Land. Damit steht Führungskräften und Personalverantwortlichen eine verlässliche Grundlage zur Beurteilung der erforderlichen Vorsorgen bei Geschäftsreisen und Entsendungen zur Verfügung.

„Die Länderliste unterstützt Unternehmen dabei, die arbeitsmedizinische Vorsorge vor Auslandsreisen verlässlich zu planen. Das ergänzende medizinische Risk Rating bietet eine zusätzliche Einschätzung zur allgemeinen medizinischen Lage im jeweiligen Land“, erklärt Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS und einer der federführenden Experten hinter der Länderliste. Die Liste ist als sogenannte Expertenmeinung rechtlich zwar nicht verbindlich, bietet aber eine fachlich fundierte Orientierungshilfe.

Gruppeneinteilung bietet Orientierung

Um eine einheitliche Orientierung zu bieten, unterscheidet die Länderliste drei Gruppen. Allein 124 Länder zählen zur Gefährdungsgruppe 3 – und damit zur höchsten Risikokategorie:

  • Gruppe 3 (Pflichtvorsorge und verpflichtende Impfungen): 124 Länder – darunter wichtige Geschäftsreiseziele wie China, Indien und Brasilien. Für diese Länder ist die arbeitsmedizinische Vorsorge laut ArbMedVV verpflichtend.
  • Gruppe 2 (Pflichtvorsorge): 46 Länder – darunter Mexiko, Vereinigte Arabische Emirate und Singapur. Auch hier ist arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge vorgeschrieben, jedoch ohne zwingende Einreiseimpfungen.
  • Gruppe 1 (keine Vorsorge vorgeschrieben): 62 Länder – überwiegend in Europa (z. B. Frankreich und die Niederlande) und Nordamerika (z. B. USA). Für diese Länder ist keine arbeitsmedizinische Vorsorge verpflichtend.

Medizinisches Risk Rating

Die Einstufungen der Länder in der Spalte „Medical Risk Rating“ basieren auf arbeits- und reisemedizinischen Erfahrungswerten aus dem globalen medizinischen Netzwerk von International SOS. Über die weltweiten Assistance Center fließen kontinuierlich Informationen zu lokalen Gesundheitsrisiken, Infektionsgeschehen, Umweltfaktoren, der jeweiligen medizinischen Infrastruktur, Evakuierungsfällen, Versorgungsstandards sowie möglichen administrativen oder sprachlichen Barrieren in die Bewertung ein.

Die aktualisierte Länderliste, die von Experten der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM), der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin e.V. (DFR) und des Instituts für Arbeitsmedizin der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit International SOS erstellt wurde, steht ab sofort kostenfrei zum Download auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Die erstmals 2018 veröffentlichte Liste wird fortlaufend auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und weltweiter Praxiserfahrungen erneuert.

Zur Länderliste: www.internationalsos.de/insights/arbeitsmedizinische-vorsorge

Ein Artikel von
Redaktion Prävention aktuell

18. Februar 2026