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Der Sport als Vorbild für die Wirtschaft
Umgang mit Rückschlägen

Foto: Adobe Stock / Daniels Cpeopleimages.com
Zwischen Leistungssport und Wirtschaft gibt es viele Parallelen: Es kommt bei beiden darauf an, Ziele zu erreichen und als Team zu agieren. Dabei sind Motivation, Teamstruktur und Kommunikation wesentliche Erfolgsfaktoren. Aber auch der zukunftsorientierte Umgang mit Rückschlägen ist wichtig.
Text: TÜV Rheinland
AUF DEN PUNKT:
- Fehler als Lernchance: Rückschläge analysieren statt Schuldige suchen
- Der Weg: Ziele klar definieren und visualisieren
- Teamkultur etablieren: Führungskraft in der Rolle des Trainers
Jede Sportlerin und jeder Sportler muss in ihrer beziehungsweise seiner Karriere Rückschläge verkraften. Die Sportpsychologie analysiert, welche für die Niederlage verantwortlichen Faktoren der Sportler selbst beeinflussen konnte. „Dort lohnt es sich, genauer hinzuschauen und aus den Fehlern zu lernen“, erklärt Julian Trahe, Sport- und Arbeitspsychologe bei TÜV Rheinland.
Auch in Unternehmen zahle es sich aus, nach einem Rückschlag nicht nach Schuldigen zu suchen, sondern die Ursachen zu betrachten und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. Dabei sei es Aufgabe der Unternehmenskultur und der Führungskräfte, diese positive Fehlerkultur vorzuleben. TÜV Rheinland begleitet Unternehmen dabei mit Angeboten zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie.
Mehr Fokus durch Innehalten
Gerade in Krisen können Meetings sehr emotional sein. Hier helfen Methoden der Sportpsychologie bei der Fokussierung: „Atemtechniken – beispielsweise fünf Sekunden einatmen, sieben Sekunden den Atem anhalten und acht Sekunden ausatmen – oder Achtsamkeitsübungen vor oder in Meetings bauen Stress ab und helfen den Teilnehmenden, lösungsorientierter zusammenzuarbeiten“, erläutert Trahe.
Stärken der Teammitglieder nutzen
Die meisten Sportlerinnen und Sportler haben ein klares Ziel vor Augen und nutzen Visualisierungstechniken, um sich vorzustellen, wie es sein wird, am Wettkampf teilzunehmen. Sie arbeiten Schritt für Schritt auf dieses Ereignis hin. In Unternehmen sind die Ziele hingegen oft nicht klar benannt und somit nicht visualisierbar.
Dabei zeigt die Erfahrung, dass Ziele, die gemeinsam mit dem Team entwickelt wurden, häufiger erreicht werden. „Neben dem gemeinsamen Ziel ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden auch persönliche Entwicklungsziele haben“, sagt Trahe. Er führt aus: „Das bedeutet, dass sie sich ihren Stärken entsprechend ins Team einbringen können. Ganz wesentlich ist dabei das Feedback der Führungskraft und des Teams: Lob lässt Mitarbeitende wachsen und gibt Kraft, auch mit negativen Rückmeldungen umzugehen.“
Bei kritischem Feedback sollte ebenso wie bei Rückschlägen eine lösungsorientierte Herangehensweise gewählt werden, die der Führungskraft und der betroffenen Person die Möglichkeit gibt, aus dem Geschehenen zu lernen.
Vertrauen fördert persönliche Entwicklung
Um die Stärken der Beschäftigten zu erkennen, ist ein moderner Führungsstil erforderlich, bei dem Führungskräfte auf Augenhöhe mit den Beschäftigten kommunizieren und Interesse an den Menschen zeigen. Entscheidend ist auch ein Vertrauensvorschuss. Dieser ermöglicht es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Projekte und weiterführende Aufgaben zu übertragen, die die persönliche Entwicklung fördern. Welche das sein könnten, erfahren Führungskräfte meist im persönlichen Austausch, beispielsweise in regelmäßigen Feedbackgesprächen.
Das Team als Schlüssel zum Erfolg
In Teams arbeiten oft sehr unterschiedliche Menschen zusammen. Für den Teamzusammenhalt und auch bei der Auswahl neuer Teammitglieder ist es daher wichtig, dass Kolleginnen und Kollegen trotz aller Unterschiede miteinander harmonieren. „Aufgabe des Trainers oder der Trainerin ist es, eine Gemeinschaft zu formen. Das bedeutet auch, Konflikte zu erkennen und bei Bedarf zu vermitteln, gemeinsame Gespräche zu führen und gegebenenfalls auch einen externen Mediator hinzuzuziehen“, erläutert Sportpsychologe Trahe. „In Unternehmen fällt den Führungskräften die Rolle des Trainers zu, denn schwelende Konflikte senken die Leistungsfähigkeit des Teams.“
Für den Zusammenhalt eines Teams sind zudem reale Begegnungen wichtig, um sich auf persönlicher Ebene kennenzulernen. Im virtuellen Raum bieten Update-Calls am Morgen ebenso Austauschmöglichkeiten wie regelmäßige Termine für ein virtuelles Kaffeetrinken, bei dem persönliche Themen im Mittelpunkt stehen. „Gemeinsame Erlebnisse schweißen ein Team zusammen und motivieren die Mitglieder, immer das Beste zu geben – im Sport und im Unternehmen“, unterstreicht Trahe.
Die Organisation:
Für den Prüfdienstleister TÜV Rheinland arbeiten etwa 27.000 Mitarbeiter in rund 50 Ländern. Die hoch qualifizierten Experten prüfen technische Anlagen und Produkte, begleiten Innovationen und gestalten den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit mit. Sie trainieren Menschen in zahlreichen Berufen und zertifizieren Managementsysteme nach internationalen Standards.
www.tuv.com
