Die Generationenfrage

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Menschen werden älter, das ist eben der Lauf der Dinge. In Deutschland wird die Gesellschaft aber auch im Durchschnitt immer älter. Denn die Lebenserwartung steigt, die Geburtenrate sinkt. Das ist keine neue Erkenntnis und sie wird vor allem als Problem für das Rentensystem betrachtet: Mehr Rentner, die länger Leistungen beziehen. Weniger Erwerbstätige, die in die Rentenkasse einzahlen. Logisch!

Aber der demografische Wandel hat auch jede Menge Schnittmengen mit dem betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz – mehr, als wir uns das vorgestellt hatten, als wir das Thema auf die Agenda von PRÄVENTION AKTUELL gesetzt haben.

Es geht um die ältere Generation – aber nicht nur!

Dabei beleuchten wir das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Selbstverständlich geht es viel um die ältere Generation. Denn ein entscheidender Hebel für Unternehmen besteht darin, die Arbeitnehmer jenseits der 50 oder sogar jenseits der 60 in den Blick zu nehmen. Für die Wettbewerbsfähigkeit ist es wichtig, dass diese Altersgruppe lange gesund, fit und motiviert bleibt. Damit beugen Arbeitgeber dem Personalmangel vor, außerdem bleiben dem Betrieb oder Unternehmen wertvolles Wissen und Erfahrung erhalten.

Gleichzeitig dürfen auch die jüngeren Beschäftigten nicht vernachlässigt werden. Sie sind die Zukunft des Unternehmens. Dabei bringen sie andere Vorstellungen von Leben und Arbeit – und damit auch vom Arbeits- und Gesundheitsschutz – ein. Präventionsthemen in den Fokus zu rücken, kann für Unternehmen also ein echter strategischer Vorteil sein.

Die Herausforderung besteht darin, die Erwartungen der verschiedenen Generationen in Einklang zu bringen. Erfahrungswerte und gelernte Routinen auf der einen Seite („Das haben wir schon immer so gemacht“), das Hinterfragen von Abläufen auf der anderen Seite („Warum macht ihr das eigentlich so?“). Wenn das gelingt, profitieren Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen. Außerdem: Wenn die Arbeitsbedingungen für die älteren Arbeitnehmer gut sind, haben auch die nachfolgenden Generationen langfristig etwas davon – schließlich werden auch sie irgendwann „die Alten“ sein.

Ein facettenreiches Thema

Das Thema Demografie ist so facettenreich, dass wir uns im Schwerpunkt auf die Generationenfrage konzentriert haben. Ansonsten hätten wir nur an der Oberfläche kratzen können. Denn auch Geschlechtergerechtigkeit oder die Integration von ausländischen Fachkräften sind Teilaspekte des demografischen Wandels. In der Rubrik „Gut führen“ lesen Sie dazu jeweils einen Beitrag.

Viel Vergnügen und spannende Einblicke bei der Lektüre wünscht

Ihr Holger Toth,
Redaktion PRÄVENTION AKTUELL